Lernen Sie Gateball kennen! Do. 24. Juli 2025
Liebe Mitglieder und Freunde der Bambusrunde,
Bambus – war auch dieses Jahr wieder sportlich!
Gateball (jap. ゲートボール getoboru) ist eine dem Krocket verwandte Mannschaftssportart, die vor allem in Ostasien und Amerika verbreitet ist und sich regional zum Breitensport entwickelt hat. Es gilt vorwiegend als Sport für Senioren, ist aber für alle Altersklassen geeignet.
In Taiwans Gateball-Clubs sind über 200.000 Mitglieder aktiv. Die Präzisionssportart erfordert Konzentration und Koordination, strategisches Denken und zeitliches Taktgefühl. Auf dem rechteckigen Spielfeld (20–25 m x 15–20 m) befinden sich drei Tore und ein Zielpfosten, die von Kunststoffbällen in vorgegebener Reihenfolge angespielt werden. Geschlagen wird der Ball mit einem Schläger, einem Krocketschläger ähnlich. Jedes durchlaufene Tor zählt einen Punkt, das Erreichen des Ziels zwei Punkte. – Es spielen zwei Teams mit jeweils fünf Spielern. Jeder Spieler spielt seinen eigenen – mit einer Nummer versehenen – Ball. Die Bälle sind je nach Teamzugehörigkeit rot oder weiß gefärbt. Es wird abwechselnd geschlagen, wodurch es möglich ist, dem gegnerischen Team die Wege zum Tor zu versperren.
Gewonnen hat die Mannschaft, die in der Spielzeit von 30 Minuten die höchste Punktzahl erreicht.
Am Do. 24. Juli 2025 von 18 - 20 Uhr gab es eine Schnupperveranstaltung auf dem Helenenhof in Quickborn. Die zahlreichen Teilnehmer hatten viel Spaß am Gateball. Anschließend ließen wir den Abend bei einem Glas Wasser oder Wein, bei Käse und Brot ausklingen.
Buchvorstellung Kevin Chen "Geisterdämmerung" am 06.06.2025 18:30 im Restaurant Ni Hao
Taiwan ist in aller Munde. Das Interesse an der demokratischen Insel im Chinesischen Meer ist riesengroß, die Bücherregale prallvoll mit Taiwanthemen. Wir kommen mit unseren Bambus-Veranstaltungen kaum hinterher. Eigentlich wollten wir eine Weile auf Buchvorstellungen verzichten ... aber dann erschien Geisterdämmerung von Kevin Chen in einer großartigen deutschen Übersetzung von Monika Li, und es ergab sich die Gelegenheit, den Autor in Koooperation mit dem taiwanischen Kulturministerium und TaiwanHerz nach Hamburg einzuladen.
Kevin Chen, 1976 in Changhua, Taiwan, geboren, begann seine künstlerische Karriere als Filmschauspieler und spielte in den taiwanesischen und deutschen Filmen Ghosted (Monika Treut 2009), Kung Bao Huhn (Bin Chuen Choi 2009) und Global Player (Hannes Stöhr, 2013) mit. Heute lebt Chen in Berlin und arbeitet als Autor für die Zeitschrift Performing Arts Review.
In Geisterdämmerung kehrt der Protagonist Tianhong nach zehn Jahren Haft in einem Berliner Gefängnis in sein Heimatdorf Yongjing zurück. Im Lauf der Wiederbegegnung und Auseinandersetzung mit seiner völlig veränderten und doch irgendwie gleich gebliebenen mitteltaiwanischen Heimat “beschwört Tianhong einen vielstimmigen Chor aus Lebenden und Verstorbenen, gegenwärtigen und vergangenen Erfahrungen herauf, und Stück für Stück bildet sich ein Mosaik der Leben zwischen den Extremen ab.” [Klappentext] Ein ungewöhnliches, ein starkes Buch, voller taiwandeutscher Grenzerfahrungen.
Wir ließen uns von ihm, seiner Buchvorstellung und der anschließenden Diskussion begeistern !
Buchvorstellung Jimmy Brainless "Im Schein der Pfütze" am Donnerstag, 13. März 2025
Als Bambusrunde haben wir immer ganz besonderes Interesse an den Erfahrungen von Menschen, die zwischen den Kulturen Ostasiasiens und Europas leben, arbeiten und vermitteln. Forscher, Künstler, Lehrer, Politiker oder Geschäftsleute kamen bei uns zu Wort, die uns Einblicke in ihre Grenzerfahrungen und persönlichen Erlebnisse gewährten. Mit Freude und Spannung haben wir uns auf Jimmy Brainless gefreut, der uns in seinem neuen Roman auf sehr eigenwillige Weise in das “Twilight” (s)einer österreichisch-taiwanischen Familie entführte:
Der Ich-Erzähler Simon Limone ist fasziniert von Pfützen, die er auf nächtlichen Streifzügen entdeckt. Stundenlang blickt er hinein und lässt seinen Gedanken über sich und die Welt seiner Familie ihren Lauf. Die Pfütze ist sein Medium, hier tummeln sich die Familienmitglieder, die er portraitiert und in spannungsgeladene Beziehungen mit einander verstrickt. Historische Ereignisse, politische Verhältnisse, Lebensumstände und kulturelle Andersartigkeiten werden nicht “von außen” beschrieben, sondern “von innen” als selbstverständlich angenommen.
Im Interview mit Ilon Huang (Radio Taiwan International) hat Brainless über seinen schriftstellerischen Ansatz gesagt: “Ich fand es faszinierend, dass in so unterschiedlichen Kulturkreisen ähnliche Probleme und Verhaltensmuster auftauchen. Diese thematischen Parallelen inspirierten mich dazu, eine Geschichte zu schreiben, welche die historischen und individuellen Verflechtungen beider Länder beleuchtet.”
Wieviel ist Fiktion? Was ist an autobiografischen Details eingeflossen?
Das und vieles mehr haben wir den Autor selbst gefragt. Es ware eine launige Lesung und spannende Diskussion mit Jimmy Brainless über seinen Roman “Im Schein der Pfütze”.
Jiaozifest 餃子宴 am 27.01.202
Zum zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende feierte man in Taiwan das Frühlingsfest und den Beginn des Jahres der Schlange (29.01.2025 bis 16.02.2026). Wir Abendländler sagen den Serpenten wenig Positives nach, lässt doch ihr Gift an Bosheit, die gespaltene Zunge an Lügen und ihre Häutung an Unbeständigkeit denken. Fernöstliche Schlangen tragen deutlich differenziertere Charakterzüge.
Dem Schlangenjahr 2025 ist das Element Holz zugeordnet. Es gilt als besonders geeignet, mutige Entscheidungen zu treffen und Weichen neu zu stellen.
Mit dem traditionellen Jiaozifest am 27.01.2025 verabschiedeten wir das alte und begrüßten das Neue Jahr im Restaurant “Ni Hao”, das an diesem Tag exklusiv der Bambusrunde zur Verfügung stand. Julian Chen verwöhnte uns mit taiwanischen Köstlichkeiten und einem Neujahrsbuffet der Extraklasse, und natürlich auch mit frisch gemachten Jiaozi, Baozi und Guotie (vor allem, aber nicht nur!).
Es war uns eine besondere Ehre, dass der Repräsentant Taiwans, Prof. Dr. Jhy-Wey Shieh, extra aus Berlin anreiste, um mit uns zusammen zu feiern.
Hier ein Blick auf das Jiaozi-Neujahrsmenü:
- Vorspeisen u.a. Hundertjährige Eier, Aubergine, Calamaretti, Huhn mit Lauch, kleine Garnelen
- Suppen u.a. gebundene, sauer-pikante Suppe nach einem Rezept der Familie Chen
- Salate u.a. Gurken, Seetang, Mu-Er-Pilze auf chinesische Art
- Dim Sum u.a. natürlich Jiaozi, Guotie (gefüllt mit Fleisch, Gemüse), Baozi, Bratnudeln, Reiskuchen mit hausgemachter Ni-Hao-Wurst gebraten
- Hauptgerichte u.a. gegrilltes Spanferkel, knusprig geröstete Ente, gedämpfter ganzer Lachs und Wolfsbarsch, Hähnchen gegrillt, geschmortes Rind, gedämpftes Schwein, gedämpfter ganzer Kabeljau, gebackene Süsskartoffeln
- Seafood u.a. rote Wildgarnelen aus Argentinien, Jakobsmuscheln
- Dessert u.a. Niangao (Reiskuchen), Creme Brulee, Tiramisu, Mandarinen, Litschies, Sesameis
Weiterhin inbegriffen waren alkoholische (u. a. Weiß- und Rotwein in typischer Chen-Qualität) und nichtalkoholische Getränke.
Die Anwesenden waren begeistert vom hochklassigen Begleitprogramm mit Vorträgen und Überraschungen (Drachentanz, Violine, Gesang) !